Backup deiner Bot-Dateien – So sicherst du deine .md-Konfiguration
Die Persönlichkeit deines KI-Bots, seine System-Prompts, gelernten Verhaltensweisen
und individuellen Anpassungen stecken in wenigen .md-Dateien. Dein Bot ist
eine Sammlung von Markdown-Dateien. Wenn du sie verlierst durch einen Serverfehler, ein
versehentliches Löschen oder ein fehlgeschlagenes Update, musst du alles von Grund
auf neu aufbauen.
Die gute Nachricht: Backups sind einfach. In diesem Tutorial zeige ich dir drei bewährte Methoden, mit denen du deine Bot-Konfiguration sicher aufbewahrst.
Warum diese Dateien so wichtig sind
OpenClaw speichert die gesamte Bot-Konfiguration in Markdown-Dateien unter
/home/node/.openclaw/. Diese Dateien definieren, wie sich dein Bot
verhält. Der System-Prompt legt die grundlegende Persönlichkeit fest.
Benutzerdefinierte Anweisungen bestimmen Regeln wie "Antworte immer auf Deutsch" oder
"Fasse E-Mails in drei Sätzen zusammen". Tool-Konfigurationen steuern, welche
Werkzeuge der Bot nutzen darf. Gelerntes Wissen enthält Kontextinformationen, die
du im Laufe der Zeit hinzugefügt hast.
Stell dir diese Dateien wie das Rezeptbuch eines Köchs vor. Ohne sie kann der Bot zwar kochen, aber er weiß nicht mehr wie. Jede Anpassung, die du über Wochen oder Monate vorgenommen hast, wäre verloren.
Die einfache Lösung: GitHub
Die eleganteste Lösung ist ein privates GitHub-Repository. Du bekommst nicht nur ein Backup, sondern auch eine vollständige Versionshistorie. Das heißt, du kannst jederzeit zu einem früheren Stand zurückkehren und sehen, was sich wann geändert hat.
Erstelle auf
GitHub ein neues
privates Repository. Nenne es zum Beispiel mein-bot-config und achte
darauf, dass es auf privat steht. Verbinde dich per SSH mit deinem Server und klone das
Repository:
ssh root@dein-server-ip
git clone git@github.com:username/mein-bot-config.git /root/bot-config
Falls du noch keinen SSH-Key auf deinem Server für GitHub eingerichtet hast, erstelle einen mit
ssh-keygen -t ed25519und füge den öffentlichen Schlüssel in deinen GitHub-Einstellungen hinzu.
Kopiere die aktuellen Konfigurationsdateien aus deinem Bot-Container in das Repository. Der folgende Befehl extrahiert alle Dateien aus dem Container, kopiert nur die Markdown-Dateien ins Repository und lädt sie zu GitHub hoch:
# Dateien aus dem Docker-Container kopieren
docker cp crabhub-name-gateway:/home/node/.openclaw/ /tmp/openclaw-backup/
# Nur .md-Dateien ins Repository kopieren
cp /tmp/openclaw-backup/*.md /root/bot-config/
# Änderungen committen und pushen
cd /root/bot-config
git add .
git commit -m "Backup $(date +%F)"
git push
Ersetze crabhub-name-gateway durch den tatsächlichen Namen deines
Bot-Containers. Damit du nie wieder daran denken musst, richte einen Cron-Job ein, der
jede Nacht automatisch ein Backup erstellt. Öffne die Crontab mit
crontab -e und füge folgende Zeile hinzu:
0 3 * * * docker cp crabhub-name-gateway:/home/node/.openclaw/ /tmp/openclaw-backup/ && cp /tmp/openclaw-backup/*.md /root/bot-config/ && cd /root/bot-config && git add . && git commit -m "Auto-backup $(date +\%F)" && git push
Dieser Job läuft jeden Tag um 3 Uhr morgens. Wenn sich nichts geändert hat, passiert einfach nichts. Die Zeitsyntax kannst du bei Bedarf auf Crontab Guru anpassen.
Die einfache Alternative: E-Mail-Versand
Nicht jeder möchte mit Git arbeiten. Eine Alternative ist der automatische E-Mail-Versand. Dein Server schickt dir jeden Tag eine E-Mail mit deinen Konfigurationsdateien als Anhang. So hast du immer eine Kopie in deinem Posteingang.
Installiere zuerst die nötigen Tools auf deinem Server:
apt update && apt install -y mailutils
Erstelle ein Skript unter /root/backup-md.sh, das die Dateien als Archiv
verpackt und per E-Mail verschickt:
#!/bin/bash
BACKUP_DIR="/tmp/md-backup-$(date +%F)"
ARCHIVE="/tmp/bot-config-$(date +%F).tar.gz"
EMAIL="deine@email.de"
CONTAINER="crabhub-name-gateway"
mkdir -p "$BACKUP_DIR"
docker cp "$CONTAINER:/home/node/.openclaw/" "$BACKUP_DIR/"
tar -czf "$ARCHIVE" -C "$BACKUP_DIR" $(find "$BACKUP_DIR" -name "*.md" -printf "%f ")
echo "Bot-Konfiguration Backup vom $(date +%F)" | mail -s "Bot-Backup $(date +%F)" -A "$ARCHIVE" "$EMAIL"
rm -rf "$BACKUP_DIR" "$ARCHIVE"
echo "Backup gesendet an $EMAIL"
Mache das Skript ausführbar mit chmod +x /root/backup-md.sh und
füge in crontab -e folgende Zeile hinzu:
0 4 * * * /root/backup-md.sh
Für den E-Mail-Versand muss dein Server einen funktionierenden Mail-Transport-Agent haben. Falls
mail -s "Test" deine@email.de < /dev/null, ob E-Mails korrekt versendet werden. Alternativ kannst du auchmsmtpoderssmtpfür den Versand über einen externen SMTP-Server konfigurieren.
Die schnelle Lösung: Manueller Download
Wenn du nur schnell ein einmaliges Backup brauchst, zum Beispiel vor einem Update oder nachdem du größere Änderungen am System-Prompt vorgenommen hast, reicht ein manueller Download. Kopiere die Dateien vom Server direkt auf deinen lokalen Rechner. Öffne dazu ein Terminal auf deinem Computer:
mkdir -p ~/bot-backup/
scp root@dein-server-ip:/tmp/openclaw-backup/*.md ~/bot-backup/
Damit das funktioniert, musst du die Dateien zuerst aus dem Docker-Container kopieren. Führe auf dem Server vorher
docker cp crabhub-name-gateway:/home/node/.openclaw/ /tmp/openclaw-backup/aus.
Wenn du bereits per SSH auf dem Server bist, kannst du die Dateien mit einem einzigen Befehl extrahieren:
docker cp crabhub-name-gateway:/home/node/.openclaw/ ~/backup-$(date +%F)/
ls ~/backup-$(date +%F)/*.md
Wie oft und die Regel
Die kurze Antwort: öfter, als du denkst. Sichere nach jeder größeren Änderung. Wenn du den System-Prompt umgeschrieben oder neue Anweisungen hinzugefügt hast, sofort sichern. Auch wenn du nichts bewusst geändert hast, können sich Dateien durch Lernprozesse des Bots verändern. Ein wöchentliches Backup ist das Minimum. Vor Server-Updates, bevor du Docker aktualisierst oder den Container neu startest, immer zuerst ein Backup machen. Vor dem Experimentieren sichere den aktuellen Stand, damit du bei Bedarf zurückrollen kannst.
Profis im Bereich Datensicherung befolgen die 3-2-1-Regel von Backblaze. Du solltest drei Kopien deiner Daten haben: das Original plus zwei Backups. Diese sollten auf zwei verschiedenen Speichermedien liegen, zum Beispiel Server plus Cloud oder Server plus lokale Festplatte. Eine Kopie sollte an einem anderen Ort sein, etwa auf GitHub, in deinem E-Mail-Postfach oder im Cloud-Speicher.
Für deine Bot-Dateien bedeutet das idealerweise: Die Originale laufen im Docker-Container, eine Kopie liegt auf GitHub und eine weitere bekommst du täglich per E-Mail. Damit bist du gegen praktisch jedes Szenario abgesichert, vom Serverausfall bis zum versehentlichen Löschen.
Zeitreise mit Git
Einer der größten Vorteile der GitHub-Methode ist die Versionierung. Git speichert nicht nur den aktuellen Stand, sondern die gesamte Historie aller Änderungen. Das bedeutet: Du kannst in der Zeit zurückreisen.
Mit git log --oneline siehst du alle bisherigen Backups und wann sie
erstellt wurden. Jede Zeile zeigt einen Commit mit Zeitstempel. Stell dir vor, du hast
den System-Prompt deines Bots geändert und das Ergebnis gefällt dir nicht. Mit
Git kannst du eine bestimmte Datei auf einen früheren Stand zurücksetzen, die
Änderung prüfen und dann in den Container kopieren:
cd /root/bot-config
git log --oneline
git checkout e91b445 -- system-prompt.md
docker cp system-prompt.md crabhub-name-gateway:/home/node/.openclaw/system-prompt.md
docker restart crabhub-name-gateway
Diese Fähigkeit, Änderungen rückgängig zu machen, ist unbezahlbar, besonders wenn du regelmäßig an der Persönlichkeit oder den Fähigkeiten deines Bots arbeitest. Du kannst mutig experimentieren, weil du immer weisst, dass du zurück kannst.
Du möchtest wissen, was sich zwischen gestern und heute geändert hat? Git
zeigt dir die Unterschiede mit git diff e91b445 a3f7c21 oder nur für
eine bestimmte Datei mit git diff e91b445 a3f7c21 -- system-prompt.md. So
behältst du jederzeit den Überblick darüber, wie sich dein Bot entwickelt
hat.
Quellen & weiterführende Links
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