Backup deiner Bot-Dateien – So sicherst du deine .md-Konfiguration
Ja, du kannst deinen CrabHub-Bot so einrichten, dass er seine Konfiguration
automatisch sichert — ganz ohne eigenen Server-Zugriff. Drei bewährte Methoden:
(1) GitHub-Repository — dein Bot committet die
.md-Konfigurationsdateien per Personal Access Token in ein privates Repo
und bekommt automatisch eine vollständige Versionshistorie. (2)
E-Mail-Versand — der Bot schickt dir oder einer Backup-Adresse
regelmäßig eine E-Mail mit den Dateien im Anhang, über deinen eigenen
SMTP-Zugang. (3) Workspace-Archiv — der Bot komprimiert seine
Konfiguration zu einem ZIP und legt es in seinem persistenten Workspace-Volume auf dem
deutschen Hetzner-Server ab. Alle drei Varianten laufen komplett im Bot-Container,
brauchen keinen manuellen Host-Zugriff und werden per OpenClaw-Cron automatisiert.
Einmal einrichten, danach läuft es jede Nacht automatisch — sag deinem Bot
einfach per Telegram, Discord, Slack oder Signal, wie er es machen soll.
Die Persönlichkeit deines KI-Bots, seine System-Prompts, gelernten Verhaltensweisen
und individuellen Anpassungen stecken in wenigen .md-Dateien. Dein Bot ist
eine Sammlung von Markdown-Dateien. Wenn du sie verlierst durch einen Serverfehler, ein
versehentliches Löschen oder ein fehlgeschlagenes Update, musst du alles von Grund
auf neu aufbauen.
Die gute Nachricht: Backups sind einfach. In diesem Tutorial zeige ich dir drei bewährte Methoden, mit denen du deine Bot-Konfiguration sicher aufbewahrst.
Warum diese Dateien so wichtig sind
OpenClaw speichert die gesamte Bot-Konfiguration in Markdown-Dateien unter
/home/node/.openclaw/. Diese Dateien definieren, wie sich dein Bot
verhält. Der System-Prompt legt die grundlegende Persönlichkeit fest.
Benutzerdefinierte Anweisungen bestimmen Regeln wie "Antworte immer auf Deutsch" oder
"Fasse E-Mails in drei Sätzen zusammen". Tool-Konfigurationen steuern, welche
Werkzeuge der Bot nutzen darf. Gelerntes Wissen enthält Kontextinformationen, die
du im Laufe der Zeit hinzugefügt hast.
Stell dir diese Dateien wie das Rezeptbuch eines Köchs vor. Ohne sie kann der Bot zwar kochen, aber er weiß nicht mehr wie. Jede Anpassung, die du über Wochen oder Monate vorgenommen hast, wäre verloren.
Die einfache Lösung: GitHub
Die eleganteste Lösung ist ein privates GitHub-Repository. Du bekommst nicht nur ein Backup, sondern auch eine vollständige Versionshistorie. Das heißt, du kannst jederzeit zu einem früheren Stand zurückkehren und sehen, was sich wann geändert hat. Und das Schönste: dein Bot erledigt das alles selbst, du gibst ihm einmal die Zugangsdaten und sagst ihm, wie oft er sichern soll.
Erstelle auf
GitHub ein neues
privates Repository. Nenne es zum Beispiel mein-bot-config und achte
darauf, dass es auf privat steht. Anschließend brauchst du einen
Personal Access Token, mit dem dein Bot ins Repo schreiben darf. Geh
dazu auf
GitHub → Settings → Developer Settings → Personal Access Tokens
(Fine-grained), klicke auf Generate new token, wähle als Repository nur dein neues
Backup-Repo aus und gib unter Repository permissions dem Bereich
Contents die Berechtigung Read and write. Kopiere den Token, der mit
github_pat_ beginnt.
Der Personal Access Token ist wie ein Passwort, das nur Schreibrechte auf dieses eine Repository hat. Wenn er einmal verloren geht oder du ihn rotieren möchtest, kannst du ihn jederzeit auf GitHub widerrufen und einen neuen erstellen.
Jetzt sagst du deinem Bot per Telegram (oder deinem Lieblings-Messenger) einmal, wie das
Backup laufen soll. Der Bot erledigt den Rest in seinem eigenen Container: er klont das
Repo, kopiert deine .md-Dateien hinein, committet und pusht zu GitHub.
Anschließend richtet er sich einen wiederkehrenden Job mit OpenClaws eingebautem
Scheduler ein, der das Backup jede Nacht automatisch wiederholt.
Sobald der Bot fertig ist, kannst du in deinem GitHub-Repository den ersten Commit sehen. Ab dann läuft alles automatisch im Hintergrund. Du musst dich um nichts mehr kümmern. Wenn du wissen willst, wie es um deine Backups steht, frag den Bot einfach nach dem Status: "Wann war dein letztes Backup, und sind alle gepushten Commits erfolgreich?"
Die einfache Alternative: E-Mail-Versand
Nicht jeder möchte mit Git arbeiten. Eine charmante Alternative: dein Bot schickt sich selbst (oder dir) regelmäßig eine E-Mail mit deinen Konfigurationsdateien als Anhang. So liegen deine Backups für immer in einem E-Mail-Postfach, und du musst dich um nichts kümmern. GMX, Gmail und iCloud behalten Mails praktisch unbegrenzt — perfekt als Backup-Archiv.
Was du brauchst: eine eigene E-Mail-Adresse für deinen Bot. Lege dir am besten ein
dediziertes Wegwerf-Konto an, zum Beispiel
mein-bot-backup@gmx.net oder mein-bot-backup@gmail.com.
Wichtig: aktiviere in den Einstellungen ein App-Passwort für den
SMTP-Zugriff (bei GMX heisst das "POP3/SMTP-Passwort", bei Gmail "App-Passwörter").
Verwende auf keinen Fall dein normales E-Mail-Passwort und auf gar keinen Fall dein
Hauptkonto.
Warum ein Wegwerf-Konto? Die Zugangsdaten muss dein Bot in seinem Gedächtnis speichern, damit er die Backups versenden kann. Mit einem dedizierten Konto und einem widerrufbaren App-Passwort minimierst du das Risiko: selbst wenn der Bot-Speicher kompromittiert würde, hat ein Angreifer nur Zugriff auf das Backup-Postfach — und das kannst du in 30 Sekunden zurücksetzen.
Sobald du das Konto und das App-Passwort hast, gibst du beides deinem Bot einmal per
Telegram. Er speichert die Zugangsdaten in seinem Gedächtnis, baut sich ein kleines
Skript zusammen, das die .md-Dateien als tar.gz verpackt, und
schickt das Archiv per SMTP an die hinterlegte Adresse. Anschließend richtet er
sich einen wiederkehrenden Job ein, der das Backup wöchentlich automatisch
wiederholt.
Der Bot nutzt dafür das im Container vorinstallierte
curl-Werkzeug, mit dem sich SMTP-Verbindungen direkt aufbauen lassen
— ohne dass du irgendwas einrichten musst. Die SMTP-Server der gängigen
Anbieter sind alle kompatibel: GMX (smtp.gmx.net:465), Gmail
(smtp.gmail.com:465), Outlook (smtp-mail.outlook.com:587),
iCloud (smtp.mail.me.com:587) und viele weitere.
Die schnelle Lösung: Workspace-Archiv
Wenn du nur schnell ein einmaliges Backup brauchst, zum Beispiel vor einem Update oder nachdem du größere Änderungen am System-Prompt vorgenommen hast, brauchst du keine externe Infrastruktur. Dein Bot hat einen Workspace: ein persistentes Arbeitsverzeichnis, das Container-Updates und Neustarts überlebt. Genau dort kann er ein einmaliges Archiv ablegen.
Das Archiv liegt anschließend dauerhaft im Workspace deines Bots und überlebt jeden Container-Restart und jedes OpenClaw-Update. Wenn du später zurück zu diesem Stand möchtest, sagst du dem Bot einfach: "Stelle die Konfiguration aus dem Backup vom 8. Februar 2026 in deinem Workspace wieder her." Er entpackt dann das Archiv und schreibt die Dateien an die richtige Stelle zurück. Für Notfall-Backups vor riskanten Experimenten ist das die schnellste Methode überhaupt.
Wie oft und die Regel
Die kurze Antwort: öfter, als du denkst. Sichere nach jeder größeren Änderung. Wenn du den System-Prompt umgeschrieben oder neue Anweisungen hinzugefügt hast, sofort sichern. Auch wenn du nichts bewusst geändert hast, können sich Dateien durch Lernprozesse des Bots verändern. Ein wöchentliches Backup ist das Minimum. Vor Server-Updates, bevor du Docker aktualisierst oder den Container neu startest, immer zuerst ein Backup machen. Vor dem Experimentieren sichere den aktuellen Stand, damit du bei Bedarf zurückrollen kannst.
Profis im Bereich Datensicherung befolgen die 3-2-1-Regel von Backblaze. Du solltest drei Kopien deiner Daten haben: das Original plus zwei Backups. Diese sollten auf zwei verschiedenen Speichermedien liegen, zum Beispiel Server plus Cloud oder Server plus lokale Festplatte. Eine Kopie sollte an einem anderen Ort sein, etwa auf GitHub, in deinem E-Mail-Postfach oder im Cloud-Speicher.
Für deine Bot-Dateien bedeutet das idealerweise: Die Originale laufen in deinem Bot-Container, eine Kopie liegt auf GitHub, eine weitere bekommst du wöchentlich per E-Mail, und ein einmaliges Notfall-Archiv liegt im Workspace deines Bots. Damit bist du gegen praktisch jedes Szenario abgesichert.
Zeitreise mit Git
Einer der größten Vorteile der GitHub-Methode ist die Versionierung. Git speichert nicht nur den aktuellen Stand, sondern die gesamte Historie aller Änderungen. Das bedeutet: Du kannst in der Zeit zurückreisen.
Stell dir vor, du hast den System-Prompt deines Bots geändert und das Ergebnis gefällt dir nicht. Du möchtest zurück zum Stand von letzter Woche. Auch das musst du nicht selbst machen — sag es einfach deinem Bot, und er holt sich die alte Version aus dem Repository und schreibt sie zurück.
Diese Fähigkeit, Änderungen rückgängig zu machen, ist unbezahlbar, besonders wenn du regelmäßig an der Persönlichkeit oder den Fähigkeiten deines Bots arbeitest. Du kannst mutig experimentieren, weil du immer weisst, dass du zurück kannst — und der Bot kümmert sich um die Mechanik.
Du möchtest wissen, was sich zwischen gestern und heute geändert hat? Auch das beantwortet dir der Bot direkt: "Was hat sich zwischen dem Backup von gestern und heute geändert? Zeig mir die Unterschiede in der system-prompt.md." So behältst du jederzeit den Überblick darüber, wie sich dein Bot entwickelt hat — ohne selbst auch nur einen Git-Befehl tippen zu müssen.
Quellen & weiterführende Links
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